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Brigitte Freihold, Stadtratsfraktion DIE LINKE

Brigitte Freihold

Neuausrichtung Stadtfeste nicht übers Knie brechen

Geht man mit offenen Ohren durch die Stadt, hört man immer wieder, dass viel Geld für neue Plätze ausgegeben wurde, diese Plätze aber weitestgehend steril und unbelebt bleiben

Linksfraktion Pirmasens: Vereine und weitere Akteure vor Beschlussfassung einbeziehen

Ein Beschluss über die Neuausrichtung der Pirmasenser Stadtfeste hat naturgemäß eine lange Laufzeit und stellt die Weichen für die nächsten Jahre. Deshalb sollten die Wünsche und Vorstellungen möglichst vieler Akteure und nicht zuletzt der Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden. Ein Festekonzept muss weniger den Mitgliedern des Stadtrats gefallen, als vielmehr jenen, von denen die praktische Durchführung abhängt und die die Feste besuchen sollen.

Dazu erklärt Brigitte Freihold, Stadtratsfraktion DIE LINKE und Mitglied im Kulturausschuss: „Die Verabschiedung einer Konzeption für die Durchführung von Stadtfesten bedarf einer gründlichen Vorbereitung. Es gibt keinen Grund, das Thema Stadtfeste am Montag übers Knie abzubrechen und die maßgeblichen Akteure vor vollendete Tatsachen zu stellen, statt sie in eine ergebnisoffene Diskussion tatsächlich einzubeziehen. Die Bildung eines Festkomitees irgendwann in der Zukunft, nachdem die Grundsatzentscheidungen längst getroffen sind, ist dafür nicht geeignet. Gerade die städtischen Vereine, die durch den bereits vorab postulierten Wegfall des „Schlabbeflickerfestes“ verunsichert sind, dass ihnen eine wichtige Plattform zur Darstellung ihrer Vereinsarbeit und Einnahmequelle wegbrechen könnte, müssen stärker und direkter als bisher in  die Vorbereitungen der Neuausrichtung der städtischen Feste einbezogen werden. Zwar wurde mehrfach betont, dass die Vereine auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen sollen, doch sollte man ihnen dann auch die Möglichkeit bieten, diese Rolle konkret zu definieren und eigene Vorschläge zu machen. Und zwar bevor der Stadtrat ein Konzept verabschiedet hat. Begrüßenswert wäre darüber hinaus ein Ideenwettbewerb, mit der die eigentliche Zielgruppe, nämlich die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, einbezogen und ihren Vorstellungen im Sinne demokratischer Mitbestimmung Rechnung getragen wird. Eine weitere gute Gelegenheit böte sich an, beim diesjährigen Exe-Fest eine Bürgerbefragung durchzuführen, statt in Sonntagsreden Bürgerbeteiligung nur zu fördern.

Geht man mit offenen Ohren durch die Stadt, hört man immer wieder, dass viel Geld für neue Plätze ausgegeben wurde, diese Plätze aber weitestgehend steril und unbelebt bleiben. Die Bespielung dieser Plätze im Rahmen eines einzigen Stadtfestes ist schon aus Sicherheitsaspekten unmöglich, deshalb ist die vorab Festlegung auf ein einziges, zentrales Stadtfest auf dem Exerzierplatz, Schlossplatz und Münzplatz kontraproduktiv und vergibt das durchaus vorhandene Potenzial anderer Lokalitäten.

Die Linksfraktion würde es daher begrüßen, wenn es neben einem klassischen Stadtfest in der Stadtmitte eine „Kulturfest Pirmasens“ geben würde.  Vorstellbar wären Kleinkunstveranstaltungen mit Künstler- und Kunsthandwerkermarkt, Kabarett und Theater vor der Alten Post auf dem Josef-Krekeler-Platz,  Veranstaltungen zu den Themenbereichen Ess-und Gartenkultur im Strecktalkpark sowie Kinderkunstwettbewerbe und open-air Ateliers einheimischer Künstler in Verknüpfung mit dem Dynamikum in der Rheinbergerpassage. Die Diskussion solcher Konzepte wäre im Übrigen eine Aufgabenstellung für den städtischen Kulturausschuss, der bei den gesamten bisherigen Überlegungen für die Neukonzeptionierung eines Stadtfestes nicht einmal einbezogen war, obwohl es eigentlich in sein Ressort fallen würde. Wichtig erscheint uns, sowohl mehr und unterschiedlichere Zielgruppen anzusprechen und dabei gleichzeitig die guten Potenziale vorhandener Örtlichkeiten und Einrichtungen zu nutzen, statt einfach nur ein zentrales Stadtfest klassischer Prägung anzubieten, das in der Praxis zwangsläufig von den Vorstellungen des Hauptsponsors Radiosender geprägt sein wird.“  

Brigitte Freihold, Stadtratsfraktion DIE LINKE, Mitglied im Kulturausschuss des Deutschen Bundestages und der Stadt Pirmasens