Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen
Brigitte Freihold, Linksfraktion Pirmasens

Brigitte Freihold

Erhebliche Unterschiede bei Bewertung der Windsberger Drückjagden

Nach dem Landesjagdgesetz sind Hetzjagden und der Einsatz einer Hundemeute nach Paragraph 19 des Bundesjagdgesetzes verboten

Linksfraktion Pirmasens: Vorgang erhält nach Strafanzeige und Darstellung im Hauptausschuss auch eine politische Dimension

Nach der Strafanzeige des Tierschutzvereins Pirmasens gegen die Verantwortlichen der Windsberger Drückjagden besteht erhöhter Aufklärungsbedarf. Sollten sich die von Rechtsanwalt Leinenweber in der Strafanzeige verfassten Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bestätigen, geraten die bisherigen Verfechter der Drückjagden in Erklärungsnöte. In der öffentlichen Debatte wurden von Uli Osterheld von „Pro Jagdkonzept“ und von der Jagdgenossenschaft Pirmasens immer wieder betont, bei den im Dezember 2016 und im Januar diesen Jahres durchgeführten Druckjagden bei Windsberg sei nicht gegen Gesetze und geltendes Recht verstoßen worden. In der letzten Sitzung des Hauptausschusses wurde diese Sichtweise von Forstamtsleiter Ringeisen und Revierförsterin Thea Bernstein bestätigt. Beide betonten im Hauptausschuss, die Drückjagden seien jagdrechtlich einwandfrei verlaufen. Auf konkrete Vorwürfe von Tierschützern angesprochen, z.B. das Wegschießen von Hinterläufen, wurden diese als „alternative Fakten“ abgebügelt.

Dazu erklärt Brigitte Freihold, Stadtratsfraktion DIE LINKE: „Sollten sich die Vorwürfe des Pirmasenser Tierschutzvereins bestätigen, dass bei den Druckjagden in Windsberg gegen Recht und Gesetz verstoßen wurde, könnte dies strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Spätestens nach der letzten Hauptausschusssitzung hat der Vorgang aber auch eine politische Dimension. Denn auch den Gremienmitgliedern wurde auf entsprechende Nachfragen versichert, dass es keine Rechtsverstöße gab und die Bejagung in Windsberg unter Tierschutzaspekten einwandfrei und innerhalb des gesetzlichen Rahmens verlaufen sei. Dem stehen nun nach Aussagen des beauftragten Rechtsanwalts Zeugenaussagen gegenüber, die das krasse Gegenteil behaupten. Nach Landesjagdgesetz müssen vor der Bejagung eines bestimmten Gebietes eine schriftliche Abschussvereinbarung und eine Abschusszielsetzung vorgelegt werden. Laut Presseberichten wurde die Abschusszielsetzung von der unteren Jagbehörde auf 50 Stück Rehwild festgelegt. Geschossen wurden jedoch nach Presseberichten insgesamt 134 Rehe. Laut Rechtsanwalt Leinenweber wurden darüber hinaus noch 100 Wildschweine erlegt, während nach Angaben von Pro Jagdkonzept nur 39 Wildschweine geschossen wurden. Auch zu dieser erheblichen Differenz muss Klarheit hergestellt werden. Vertrauen in die Zuverlässigkeit der beauftragten Jagdfirma wird mit solch unterschiedlichen Darstellungen jedenfalls nicht geweckt. Es stellt sich die Frage, was gesetzlich vorgeschriebene Zielvereinbarungen eigentlich wert sind, wenn sie nicht eingehalten werden.

Nach dem Landesjagdgesetz sind Hetzjagden und der Einsatz einer Hundemeute nach Paragraph 19 des Bundesjagdgesetzes verboten. Dadurch geraten Drückjagden mit Hundeeinsatz immer wieder in die Kritik, denn die Übergänge zwischen Hetz- und Drückjagd sind fließend. Deshalb wird in Fachzeitschriften von erfahrenen Jägern immer wieder darauf hingewiesen, dass man sich beim Hundeeinsatz auf wenige, kurzläufige Hunde beschränken solle, damit Drückjagden nicht zu Hetzjagden ausarten. Letztendlich besteht jedoch bei allen Bewegungsjagden das Risiko, dass zu hoher Druck auf das Wild ausgeübt wird und panikartige Fluchtreaktionen ausgelöst werden, die einen gezielten und sofort tödlichen Schuss unmöglich machen. Dies wird von den meisten Jägern nicht einmal bestritten. Dass dies bei jeder Drückjagd vorkommen kann, sei klar, sagen dazu Jäger in zahlreichen Veröffentlichungen. Umso mehr verwundert es, dass die Verteidiger der Windsberger Drückjagden dies kategorisch ausgeschlossen haben, zuletzt Forstamtsleiter Ringeisen im Hauptausschuss. Nach Angaben von Rechtsanwalt Leinenweber unter Berufung auf Zeugenaussagen starben viele Rehe durch Fehlschüsse einen langsamen und schmerzhaften Tod.

Nach dem Tierschutzgesetz ist es generell untersagt, ein Tier auf ein anderes zu hetzen. Auch wurde der Beginn der gesetzlichen Schonzeit für Rehwild am 31. Januar bis zum letzten Tag von der profitorientieren Jagdgesellschaft und ihren Bezahlgästen ausgekostet. Dies mag rechtlich nicht zu beanstanden sein, es unterstreicht jedoch den Eindruck von Rechtsanwalt Leinenweber, dass die Massentötung und nicht Tierschutzaspekte im Vordergrund standen. Wahrscheinlich wurden wegen der bereits fortgeschrittenen Paarungszeit auch viele trächtige Tiere oder Muttertiere getötet.“

Brigitte Freihold, Stadtratsfraktion DIE LINKE



Wider den Katzenjammer an den Tagen danach: Eine starke LINKE als Garant für eine menschlich-soziale Wende

Rede der Parteivorsitzenden Katja Kipping zum Politischen Aschermittwoch in Passau Weiterlesen