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Frank Eschrich

Der klassische Bankkunde passt nicht mehr ins Geschäftsmodell

Viele Kunden sind nur deshalb bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken, weil sie dort noch menschliche Ansprechpartner vorgefunden haben

Linksfraktion Pirmasens: Höhere Gebühren und Kundendienstabbau bei VR-Bank Südwestpfalz treffen vor allem Ärmere und Senioren

Nach der Sparkasse wird nun auch die Volksbank Südwestpfalz kräftig an der Gebührenschraube drehen und hat für Januar 2018 ein neues Konten- und Gebührensystem angekündigt. Darüber hinaus werden Erlenbrunn und Niederauerbach zu Automatenfilialen, Contwig nur noch halbtags geöffnet und die Filiale in Reifenberg komplett geschlossen.

Dazu erklärt der Vorsitzende der Linksfraktion Pirmasens, Frank Eschrich: „Der klassische Bankkunde, der seine Bankgeschäfte in einer Bank erledigt, passt nicht mehr ins Geschäftsmodell. Ganz unverhohlen gibt der Aufsichtsratsvorsitzende der VR-Bank Südwestpfalz, Stefan Markert, die Richtung vor: Wer persönlich bedient werden will, muss dafür zukünftig noch mehr berappen als bisher. Durch das Anziehen der Gebührenschraube sollen die Kunden ins Online-Geschäft gedrängt werden. Letztendlich steht also Personalabbau an, um Kosten zu sparen. Die Marschrichtung online-banking trifft vor allem ältere Menschen, die nicht in der digitalen Welt zuhause sind und wie gewohnt ihre Bankgeschäfte am Schalter erledigen wollen oder mit Automaten nicht zurechtkommen. Insgesamt sind von den Gebührenerhöhungen insbesondere Geringverdiener und Sozialleistungsbezieher betroffen. Ein kostenloses Girokonto für benachteiligte Gruppen sucht man vergebens im neuen Gebührenmodell. Von den durchschnittlichen Bankgebühren müssen manche Menschen einen ganzen Tag leben. Der Pirmasenser Stadtrat konnte sich in seiner August-Sitzung nicht einmal zu einem Appell an öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Kreditinstitute durchringen, auf Kontoführungsgebühren für Sozialleistungsbezieher zu verzichten. Viele ärmere Familien haben keinen Internetanschluss oder sind gerade mal wieder von der Stromversorgung abgeschnitten. Sie können das günstige online-banking also nicht nutzen.

Mehr und zufriedenere Kunden bekommt man nicht durch Kürzungen des Angebots, sondern durch das genaue Gegenteil. Viele Kunden sind nur deshalb bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken, weil sie dort noch menschliche Ansprechpartner vorgefunden haben. Die Begründung für die Gebührenerhöhungen und die Ausdünnung des Filialnetzes ist immer die gleiche: Die Niedrigzinsphase führe zum Sparzwang bei den Banken. Notleidende Banken sind anhand der vorliegenden Bilanzen, Geschäftszahlen und Dividendenzahlungen allerdings nicht auszumachen. Gerade Sparkassen und Genossenschaftsbanken halten sich durch extrem hohe Dispozinsen im zweistelligen Bereich seit Jahren schadlos. Dies wird wiederum mit Serviceleistungen und Kundendienst begründet, die man nun zu Gunsten des online-banking abbauen will. Möglicherweise sollten sich die Vorstände dieser Institute einmal entscheiden, welche ihrer Begründungen wahr sein könnte.“    

Frank Eschrich, Vorsitzender DIE LINKE Pirmasens



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